Karosseriearten

Bei den Karosserien soll der primäre Unterschied zwischen einem Wagen und einer Kutsche betont werden.
Ein Wagen hat eine Karosserie, die unmittelbar mit dem Fahrgestell verbunden ist. Eine Kutsche hat eine vom Fahrgestell getrennte Karroserie, mit dem sie mit Riemen, Spring- oder Blattfedern verbunden ist. Man unterscheidet viele Arten von Kutschenkarosserien, von denen wir die grundlegenden erwähnen.
Sie können jedoch weitere Teilunterschiede aufweisen oder können miteinander kombiniert werden.

Berlina - ist ein typischer luxuriöser Reisewagen, nach der Stadt Berlin benannt. Er hat einen geschlossenen Aufbau mit zwei gegenüber angeordneten Sitzen. Vor dem Wagenkasten befindet sich ein erhöhter Bock, der bei den Wagen des Adels mit einer Decke mit gesticktem Wappen bedeckt war.
Break - es handelt sich um einen offenen Wagen mit einigen längs oder quer angeordneten Reihen von Sitzen. Schustalas Fabrik stellte eine ganze Reihe von "Breaks" her, die unter ihren spezifischen Benennungen näher beschrieben sind.
Cab - ist ein geschlossener Zweisitzwagen, welcher mit zwei oder vier Rädern ausgeführt wurde. Er stellte die typische Mietskutsche in großen Städten dar.
Cabriolet - ist ein offener Zweisitzwagen, für ein Einspannfuhrwerk bestimmt. Die zwei Hintersitze können durch ein Faltdach vor Regen geschützt werden.
Calesche - ist ein offener Vierrad- und Viersitzwagen, mit Faltdach ausgestattet.
Cart - ursprünglich ein leichter Zweiradwagen für den Transport von Fracht. Im Laufe der Zeit trägt eine ganze Reihe von Zweiradwagen die Benennung "Cart". Mit der Benennung Cart wurden auch einige vierrädrige Typen bezeichnet.
Cavalier-Break - war eine Sonderform des ursprünglichen Breaks.
Char-a-bancs - dieser Name stammt aus dem Französischen und bedeutet "Wagen mit Sitzen". So wurden alle Wagenarten für den Transport von Personen mit mindestens zwei (in der Regel mehr) Sitzen in Querrichtung genannt.
Coupé - ist ein verkürzter Berlina, d. h. ein geschlossener Zweisitzwagen. Coupés wurden vor allem in Städten verwendet und von einem Kutscher gelenkt. Falls der Wagen noch einen Notsitz (Klappsitz) oder einen Kindersitz hatte, handelte es sich um ein sog. Dreiviertel-Coupé. Derby-Cart - ist ein einfacher Vierradwagen mit Kutschenbock und hintereinander angeordneten Sitzen. Typisch sind die an den Seitenwänden in der gesamten Länge angebrachten Latten.
Dog-Cart - ist ein Einspann- in der Regel Zweiradwagen, aber auch Vierradwagen, für den besonders die großen Räder charakteristisch sind. Unter einem oder unter beiden Sitzen waren die Schränke für den Transport von Jagdhunden untergebracht.
Dreiviertel-Coupé - Der Wagenkasten dieser Kutsche ist etwas größer als beim klassischen Coupé. Im Raum für die Passagiere befindet sich gegenüber dem Sitz ein klappbarer Notsitz, auf welchem ein Erwachsener oder ein Kind sitzen kann.
Einfuhr-Break - ist eine spezielle Barutsche zum Einfahren junger Pferde. Der Kutschenbock ist besoders hoch und mit einem großen Brett versehen, welches den Kutscher vor dem ausschlagenden Pferd schützte.
Fourgon - ist ein geschlossener Vierradwagen für den Transport von Gut. Der Wagenkasten ohne Fenster war häufig mit Aufschriften geschmükt. Fourgon wurde häufig als Wagen für den Transport von Waren (Lieferwagen) genannt.
Galawagen - ist die Bezeichnung für besonders luxuriöse Wagen, die für den Wagenpark von Adligen und Monarchen bestimmt waren. Technisch ist er mit Berlina und teilweise auch mit dem Coupé verwandt.
Glas-Landauer - ist ein Typ des Landauers, dessen Vorderteil keine Kippausführung, sondern senkbare Fenster hatte.
Jagdwagen - ein leichter, offener Vierradwagen, für die Jagd bestimmt. Am hinteren Ende befindet sich in der Regel eine kippbare "Brücke für Wild" für den Transport der erjagten Tiere. Der Typ Jagdwagen wurde auch unter der Bezeichnung Pirschwagen gebaut.
Korbwagen - es handelt sich im Prinzip um einen Wagen beliebiger Form, dessen Aufbau aus Korbgeflecht gefertigt wurde. Diese Konstruktion verwendete man bei leichten Fahrzeugen.
Kutschier-Wagen - bezeichnet keine besondere Wagenart, es handelt sich um eine Sammelbezeichnung für einen leichten Wagen für die Fahrt ohne Kutscher. Landauer - es handelt sich um eine typische Form der klassischen Kutsche, welche die Mietskutscher verwendeten. Charakteristisch ist der Zweiteilwagen mit einem nach vorne und nach hinten kippbaren Dach. Sofern das Vorderteil nicht aus Stoff oder Leder, sondern mit Glasfenstern gefertigt ist, spricht man von Glas-Landauer.
Landaulet - ist praktisch ein verkleinerter Landauer; ähnlich wie Coupé die Zweisitzversion der Berlina ist, ist Landaulet eigentlich die Zweisitzversion des Landauers.
Landschützer - ist ein einfacher Jagdwagen, welcher mit einem Kippdach über einer Sitzreihe ausgestattet werden kann.
Mail-Phaeton - ist ein massiver Vierradwagen mit einem Kutschenbock und einem Sitz für einen Beamten. Zwischen ihnen befindet sich ein Raum für das Gepäck. Das robuste Fahrgestell ist gleich wie bei Mail-Coach. Dieser Wagen war für lange Fahrten in schwerem Gelände bestimmt.
Mail-Coach - ist eigentlich ein klassischer Post-Stellwagen. Der geschlossene Wagenkasten ist vorne und hinten mit Schränken für den Transport von Gepäck ausgestattet. Die Sitze auf dem Dach und dem hinteren Gepäckraum bieten Platz für weitere Personen.
Mylord - ist ein leichterer Vierradwagen mit Hintersitz, Kippdach und festem Kutschenbock. Dieser Typ ist für eine Ein- sowie Zweigespannfahrt bestimmt. Er ist sehr ähnlich dem Typ Victoria, aber Mylord wurde, im Unterschied zu Viktoria, jeweils von einem Kutscher gelenkt.
Omnibus - ist ein Vierradwagen mit einem geschlossenen Wagenkasten. Vorne befindet sich der Kutschenbock, der Einstieg befand sich im Hinterteil des Wagenkastens, die Sitze sind längsorientiert und für vier, sechs oder mehr Personen ausgelegt.
Phaeton - ist ein leichter Vierradwagen, für welchen typisch ist, daß der Vordersitz größer und bequemer ist, da man annahm, daß das Phaeton vom Inhaber selbst gelenkt wird. Hinten war ein Sitz für das Dienstpersonal untergebracht. Dieser Typ wurde in vielen Varianten hergestellt.
Pony-Korbwagen - war ein kleinerer Korbwagen, der mit seiner Größe für ein Pony geeignet war.
Pirschwagen - ist eigentlich eine andere vergleichbare Ausführung des Typs Jagdwagen.
Rockaway - für diesen Typ ist ein über den Kutschenbock gestrecktes Dach kennzeichnend, wodurch der Kutscher vor dem schlechten Wetter etwas geschützt war. Dieser Typ wurde nach einer kleinen Stadt im Staat New York in den USA benannt.
Sandlaufer - dieser Typ stammt aus Ungarn Seine Vorder- und Hinterräder sind ungefähr gleich groß. Der leichte Wagenkasten wurde in der Regel aus nichtlackiertem Holz hergestellt.
Spider - ist ein extrem leichter Phaeton, dessen Hintersitz am Rahmen durch Stahlstreben befestigt ist. Auffallend sind extrem hohe Räder.
Sulky - ist ein minimalistischer Einsitzwagen mit einfachem Rahmen aus zwei bereiften Rädern. Er wird beim Trabrennen verwendet.
Tilbury - ursprünglich ein leichter Zweiradwagen ohne einen Wagenkasten unter dem Sitz. Später wurde Tilbury eine Sammelbezeichnung für eine ganze Reihe von Zweirad, sogar Vierradwagen.
Victoria - ist ähnlich wie Mylord mit dem Unterschied, daß der Kutschenbock abmontiert und der Wagen dann von dem Hintersitz gelenkt werden kann.
Vis-`a-vis - ist ein leichter Wagen, häufig sogar ohne ein Kippdach für zwei bis vier gegeneinander sitzende Reisende.
Wagonette - hat die gleiche Form wie Break, ist jedoch etwas kleiner.


Buggy


Coupé


Dog-Cart


Break


Charette für vier Personen


Schloßbreak


Charette


Break Omnibus für 10 Personen


Break


Char-`a-bancs


Duc


Sog. Pill-Box


Dog-Cart


Phaeton


Tilbury


Buggy